Zur Aufklärung, oder auch Die Arbeit für den Reisemobil-Tourismus.

 

     Es gibt manchmal Dinge, die man tun muss, ohne Andere darüber aufzuklären. Das habe ich im vergangenen

Winter-Halbjahr getan. Nun, nachdem alles durchgezogen wurde, kann und muss ich mich erklären. Nach „außen“

hin bin ich ein ganz gewöhnlicher Rentner und Wohnmobilist. Nur meine Freunde und engsten Kollegen wissen,

was ich sonst noch so mache, um den Tag totzuschlagen. Dabei muss ich mir auch kein Schild um den Hals hängen,

nur um darstellen zu können, was ich fabriziere. Es genügt, dass ich viele Dinge für den Reisemobil-Tourismus

mache und das oft mit Erfolg! So unterstütze ich beispielsweise Kommunen in ganz Deutschland bei der Einrichtung

von Stellplätzen, früher als Mitglied der Reisemobil-Union (RU) und heute gänzlich privat. Anfragen und Bitten um

Unterstützung kommen häufig! So läuft mein Werdegang seit 1969 und ich fühle mich mit dem Reisemobil – Touris-

mus auch weiterhin eng verbunden. Nun aber zu meinem eigentlichen Anliegen.

     Mittlerweile arbeite mit den Studien-Fachlehrgängen Touristik von drei (demnächst vier!) Universitäten eng

zusammen. Für diese Uni`s habe ich im vergangenen Jahr eine Studienreise durch Frankreich-Nord unternommen.

Meine Aufgabe war es, zu versuchen, vollkommen kostenfrei durch Frankreich-Nord zu kommen. Wichtig war es

dabei, auch tolle Spitzenplätze anzufahren. Das hatte geklappt! Dann bekam ich die Order: Posten sie das Ganze

bei Facebook, wir wollen sehen, wie das „reisende Volk“ darauf reagiert!

     Naja, die „Antworten“ auf meinen Eintrag waren enorm. „Geizkragen“, „fährt nur auf lau“ und „Schmarotzer“

waren als milde Ausdrücke darin enthalten.

Das war für unsere Arbeitsgruppe sehr aufschlussreich! So sehr, dass ich den nächsten Auftrag bekam. „Posten sie

in unregelmäßigen Abständen etwas über ihre neue Website!“ „Stellen sie Dinge ins Netz, die auch ruhig mal deut-

lich und angriffslustig und herausfordernd geschrieben sind!“ Das war für mich als ehemaliger Journalist nichts Unge-

wöhnliches und Schwieriges!

     Wir hatten in vielen internen Diskussionsrunden Dinge erörtert, die das „Zusammenleben“ und den „Zusammen-

halt“ zwischen den Reisemobil-Kollegen betraf.

     So setzte ich mich hin und stellte irgendwann meine „neue Website“ vor, die eigentlich gar nicht so neu war.

Nur ein neuer Aufbau und ein wenig Chic zeichnete das Neue aus. Für das Team reichte es aber, um zu versuchen,

wie die Kollegen darauf reagieren, auch dann, wenn dieser Bericht ein paar Mal durch das Netz ging?!

     Ich beschrieb ganz einfach mein Pech mit meinem alten Rechner, wo mir durch einen Virus und Trojaner alle

Bilder abhandengekommen waren (das stimmt auch wirklich!). Ich forderte bei Facebook alle Kollegen auf,

mir - falls vorhanden - Bilder von Stellplätzen zukommen zu lassen. Manche Antworten waren fantastisch! Wir

hatten einen fast lupenreinen Überblick! Ich hatte den „Dorn“ aber auch wirklich tief ins Fleisch gebohrt!!

     Somit konnten wir aber unterscheiden zwischen „Kollegen“ und echten Kollegen. Die Fach-Lehrgangs-, Referats-

und Studienleiter waren über manche Aussagen, die uns dort entgegengesetzt wurden, erstaunt und zum Teil

schockiert.

Ich milderte das Ganze ab und entgegnete, dass bei Facebook manche Dinge bis an die persönliche Schmerz-

grenze ausgelotet werden. Persönliche Diffamierungen, Beleidigungen und sogar Bedrohungen sind bei Facebook

oft an der Tagesordnung!

     Um nun zu unterscheiden zwischen „Kollegen“ und echten Kollegen, bedurfte es bei den vielen Aussagen, auch

in persönlichen Mails an mich, nicht allzu viel Mühe. In Listen, die ich für die Studiengänge anfertigte, teilte ich

zwischen diesen beiden Gruppen. In die Gruppe „Kollegen“ kamen diejenigen, die „andere Kollegen nicht grüßen“,

„weil ich nicht will, wenn der andere nicht zuerst grüßt!“ und diejenigen, die „auf dem Stellplatz grundsätzlich alles

dürfen und machen“, diejenigen, die „nur unter sich sein wollen“ und auch die, die „grundsätzlich alleine sein wollen“.

Dann kamen natürlich und logischerweise auch diejenigen hinzu, die mir die „überaus tollen, passenden Antworten“

auf meine Frage nach Bildern von Stellplätzen gegeben hatten.

     In die Rubrik der echten Kollegen kamen dann diejenigen, die mich (z. Teil auch unwissend) kräftig mit Rat und

Tat und vielen Bildern unterstützt haben. Bei denen bedanke ich mich ausdrücklich! Manche Dinge habe ich mit Genuss

gelesen, weil sie mir aus der Seele sprachen! Viele alte Freunde und Mitstreiter waren darunter, die mich schon über

Jahrzehnte kennen.

     Eigentlich hätte ich noch eine dritte Rubrik bestücken sollen für diejenigen, die stets vornehm zurückhaltend agieren.

Der Sinn und Zweck meiner Arbeit (für die ich auch zum Teil entlohnt werde) ist, etwas für die Kollegen, „für uns alle“,

zu tun. Diese Tätigkeit werde ich auch weiterführen, auch wenn es manchen Mitstreitern missfällt.

Antworten werde ich auf verschiedene Dinge grundsätzlich nicht mehr, denn auf ein teilweise dummes Niveau werde

ich mich nicht herablassen. Aber auch in Zukunft werde ich Dinge, die uns alle betreffen und nicht sein dürfen, mit aller

Deutlichkeit ansprechen und den „Finger in die Wunde“ bohren. Es darf nicht sein, dass durch das Verhalten einiger eine

ganze Branche in Verruf gerät und damit unser, das „schönste Hobby der Welt“ so beschädigt wird (da freue ich mich

über alle Mitstreiter!).

     Die Auswertung meiner Arbeit wird sicherlich in absehbarer in verschiedenen Gazetten zu lesen sein und dann wünsche

ich gerade den „Kollegen“ unter uns viel Spaß bei der Lektüre! Eventuell wird sich der eine oder andere mit seinen tollen

Sprüchen darin wiederfinden!? Viel Spaß wünsche ich natürlich aber den echten Kollegen! Es war viel Arbeit und viel Zeit,

hat sich aber auf Sicht gesehen, gelohnt!

 

Egon Oetjen

Ratsherr, Buchautor und Motorsport-Journalist