Meine Statistik oder Was bleibt an Geld in einem Ort?

Eine Statistik? Ist doch schnell erstellt und erarbeitet, oder? Es ist doch interessant zu wissen, wie-

viel Kaufkraft durch Wohn- oder Reisemobile in einen Ort kommt. Dass jedenfalls hat mich interes-

siert und inspiriert, doch einmal eine Statistik über dieses besondere Völkchen, diese "Edel - Zigeu-

ner", anzufertigen. Was das an Zeitaufwand bedeutete, konnte ich zu dem Zeitpunkt noch nicht ah-

nen.

Erst einmal setzte ich mich vor meinen Rechner und entwarf eine Liste. Sie wanderte in den Papier-

korb! Die vierte Liste schien mir dann passend. Ich nahm sie und vervielfältigte sie über meinen PC.

Ca. 6000 Listen ließ ich ausdrucken. Nun begann ich, diese Liste an jeden Wohnmobil - Kollegen zu

verteilen. Logischerweise war das mit einem erheblichen Zeitaufwand verbunden, denn jeder Kolle-

ge wollte nun wissen, was es mit der Liste auf sich hat. Ich erzählte, bis mir der Mundfusselig wur-

de.

Am nächsten oder übernächsten Tag, je nachdem, wie lange die Kollegen vor Ort blieben, sammel-

te ich die Listen wieder ein und ordnete sie fein säuberlich.

Jede Liste wurde mit einem Datum versehen und tageweise sortiert. Wie auf der Liste zu ersehen

ist, bat ich auch um Kaufbelege. Also mussten auch die zugeordnet werden. Somit konnte ich "ver-

folgen", wo und in welchen Lokal oder Geschäft wieviel an Geld geblieben war. Dann gab es einen

Kollegen, der es wohl etwas zu gut mit mir meinte. Er hatte auf seiner Liste aufgeführt, dass er in

einem Zwischenahner Lokal 200,- Euro für das Essen ausgegeben hatte. Das schien mir unrealis-

tisch, denn dann hätte er Kaviar mit einem Esslöffel "futtern" müssen.

Ab diesem Zeitpunkt ordnete ich meine Fragebögen erneut. Alles, wofür ich keinen Beleg hatte, ver-

nichtete ich. Mit tat es nur leid um die ehrlichen Kollegen, die sich die Mühe mit dem Eintragen ge-

macht hatten. Nur, - meine Zeit hatte ich dadurch auch verplempert! Mir sollte im Nachhinein keiner

an "die Karre fahren" können, um mich mit getürkten Zahlen zu konfrontieren. Ich wollte ehrliche

Zahlen! So hatte ich nun nach einem Jahr Arbeit genaueste Zahlen über das Kaufverhalten der mo-

bilen Touristen, auf zehntel Prozent genau. Ich konnte nachweisen, dass pro Mobil und Tag durch-

schnittlich 75,46 € = 147,59 DM in Bad Zwischenahn ausgegeben wurde. Ganz stolz war ich dann

2004 über meine Statistik, als ich von einer Statistik hörte, die in einer Fachzeitung ausführlich be-

handelt wurde.

Diese Statistik wurde im Auftrag des Bundeswirtschaft - Ministeriums angefertigt. Über einen Zeit-

raum von zwei Jahren wurde die Uni München damit beauftragt, alle Daten von Campingplätzen

und Wohnmobil - Stellplätzen zusammenzutragen. Die Studie ergab, dass auf einem zentrumsnahen

freien Wohnmobilplatz pro Tag und Person 37,20 Euro ausgegeben wird. Multipliziert man diese

Summe nun x 2, so hat man fast exakt das gleiche Ergebnis wie ich, denn ich hatte ein Mobil mit

2 Personen zu Grunde gelegt! Wen nun diese Statistik näher interessieren sollte, darf sich gerne

bei mir melden. Die Belege und statistischen Unterlagen habe ich immer noch!


Dazu ein kleiner Anhang:


Da hat sich ein Kollege -oder guter Bekannter oder so- die Mühe gemacht und hat mal hochgerech-

net, was durch meine Arbeit auf dem Wohnmobilplatz an Geld in Bad Zwischenahn geblieben ist.

Naja, etwas verrechnet hatte er sich, als er einen Zettel an der Pinnwand am Badepark aufgehängt

hat. Hier nun die genauen Zahlen: In den fast genau 10 Jahren, die ich dort auf dem Stellplatz am

Badepark tätig war, zählte ich genau 35658 Übernachtungen an Wohnmobilen.

(Ob nun wohl einer staunt?)

Legt man dem nun meine (und die des Bundeswirtschafts-Ministeriums) Hochrechnung (75,46 Euro

pro Wohnmobil und Übernachtung) zugrunde, so blieben 2.690752,68 Euro in den Zwischenahner

Geschäften und in der Gastronomie. Dafür danke ich dem Unbekannten, der mich erst mal auf die

Idee mit dieser Tatsache brachte. Oben beschreibe ich, wie diese Zahlen zustande kamen. Sicher-

lich wird der eine oder andere diese Zahlen mit einem Handstreich abtun, aber es sind realistische

Zahlen und nicht an den Haaren herbeigezogen oder getürkt!

Na, denn man prost beim Studium meiner Statistik!

Statistik-Wohnmobil PDF