Gedanken zum Überdenken!

 
Unser diesjähriger Frankreich - Urlaub ist nun schon wieder vorüber. Leider, denn wie in jedem Jahr fühlen

wir in unserem Nachbarland sauwohl. Wenn man sich nun so wie wir über einen längeren Zeitraum in

einem Gastland aufhält, stellt man Vergleiche an. Vergleiche entstehen hier ganz automatisch. So etwas

beginnt mit der Landschaft.

Sieht man hier in unserer Gegend nur noch Maisfelder (wo gibt es bei uns noch Kornfelder?), so fährt man

in Frankreich stundenlang durch Weizen, Roggen-, Gerste- und Kartoffel- Felder.

Mais wird dort nur in kleineren Flächen zum Füttern angesät. Nicht eine einzige "Grüne Kugel", man nennt

sie wohl auch Biogasanlagen, habe ich dort gesehen. Obwohl, wir sind in Frankreich ausschließlich Land-

straßen und keine Autobahnen gefahren!!! Ich bezeichne diese Anlagen übrigens als ein Verbrechen an

der Menschheit und mit Landwirtschaft und dem Begriff Landwirt, so wie die Bauern sich gerne bezeich-

nen, hat das nichts mehr zu tun.

Deutsche Landwirte kaufen Stroh in Frankreich, Portugal und Marokko??? Wo leben wir eigentlich?

Man fährt in Frankreich wie "Gott in Frankreich", ohne Stress und ohne Hektik. Auf Landstraßen darf man

90 km/h und auf den vierspurigen Nationalstraßen 110 km/h fahren. Und man darf sich sicher sein, dass

hier niemand auch nur 10 km/h schneller als erlaubt fährt!

Warum ist das bei uns anders? Hektik, Schnelligkeit und quietschende Reifen sind bei uns an der Tagesord-

nung. Jeder will der Beste und der Schnellste sein. Warum?

In diesen 4500 Kilometer kreuz und quer durch Frankreich haben wir nicht einen einzigen Unfall gesehen!

Mich macht das immer wieder stutzig! In Deutschland gelten die Gebotsschilder, die an Straßen aufgestellt

sind, doch nur für Lkw`s oder Wohnmobile, oder ???? Oder hat schon mal jemand erlebt, dass z.B. in einer

70er Zone ein Pkw hinter einem bleibt?? Bei mir setzen grundsätzlich alle Pkw`s zum Überholen an, selbst

wenn ich schon 80 km/h fahre! Das ist der Unterschied zu Frankreich!

Punkt 3 war für mich die Zuvorkommenheit und die Freundlichkeit der Menschen. Irgendwann auf unse-

rer Tour kamen wir durch den kleinen Ort Athee-sur Cher, etwa vergleichbar mit Bad Zwischenahn. Dort

wurden wir von den Einwohnern (Groß und Klein) im Vorbeifahren begrüßt, als hätten wir die Bergwer-

tung bei der Tour de France gewonnen! Bei uns bekommst du einen Stinkefinger oder die Faust gezeigt,

wenn du langsam durch einen Ort fährst.

Kinder und Jugendlich begrüßten uns ganz selbstverständlich mit einem herzlichen Bon jour. Und - was

meiner Frau auffiel - Mädchen laufen dort noch als Mädchen, bekleidet mit Rock oder Kleid, mit Hosen

dagegen waren Mädchen äußerst selten zu sehen.

Die überwiegende Zahl der jungen Paare hatten wenigstens drei Kinder bei sich. Igitt, Kinder sind doch

etwas ganz schreckliches, oder? Ausnahmen auf den Straßen waren auch die protzigen Autos. Dort gibt

es überwiegend PS- kleinere Autos auf den Straßen.

Hier dagegen stellt man sich unmittelbar nach Geschäfts - Neugründung erst mal einen PS- starken Boliden

vor die Tür. Das wirkt und muss sein und hebt das Selbstbewusstsein. Man stellt nun schließlich etwas

dar! Wie haben wir Deutschen uns entwickelt? Zum Positiven garantiert nicht!