Herbsturlaub in Gau-Algesheim.

Das waren mal wieder 4 Wochen, die sich echt gelohnt haben. 4 Wochen in der Pfalz bedeuten 4 Wo-

chen Erholung! Begonnen haben wir in Rees am Niederrhein. Das war aber nur die erste Station auf der

Tour in Richtung Mosel. Dort wollten wir unsere Freunde Martina und Detlef treffen.

Am zweiten Tage machten wir uns dann auf Tour über die A3, die A61 und über die B42 bis nach Zell.

Dort in Zell-Kaimt standen die Beiden schon am Moselufer auf Warteposition. Fast direkt neben ihnen wur-

de kurz vor unserer Ankunft ein Platz frei, den wir unvermittelt in Beschlag nahmen. Schon am nächsten

Morgen machten sich auch die Kollegen zwischen uns auf den Weg zum nächsten Ziel. So rückten wir auf.

Weiter traf ich zwei Kollegen aus Bremen hier, so dass die Wiedersehensfreude groß war. Wunderschö-

nes Wetter begleitete uns hier, so dass wir Radtouren entlang der Mosel unternehmen konnten. Essen

in der Pizzeria, ein leckeres Eis und ´ne Flasche Federweißer gehörten mit zum Programm.

Am Sonntagmorgen wollten dann auch wir starten. Es sollte nach Gau-Algesheim gehen, was im Oktober

immer bei uns auf dem Plan steht. An der Mosel wälzte sich eine graue "Suppe" durchs Tal, so dass wir

schon schlimmstes befürchteten. Jedoch aber auf der Moselkante und durch den Hunsrück begleitete

uns strahlender Sonnenschein. Währenddessen Martina und Detlef auf direktem Wege bis nach Gau-

Algesheim fuhren, machten wir noch einen kleinen Schlenker über Sprendlingen. Ich wollte unbedingt

Bilder der ausgebrannten Halle (Forum) beim Eura-Werk machen. Ein trostloser Anblick!

Dann zählten auch wir die letzten Kilometer bis nach Gau-Algesheim. Direkt neben sich hatten die Beiden

uns einen Platz reserviert. Was macht man nach der Ankunft? Logisch, erst mal den Platz und die Kolle-

gen inspizieren. Es standen wieder einige bekannte Gesichter auf dem Platz. Radtouren ohne Ende, die

wir tagtäglichen unternahmen. Meine schwierigste Tour allerdings war die Radtour nach Mainz. Bis Mitte

Ingelheim überhaupt kein Problem, doch dann die L 419 bis nach Wackersheim, 5,5 km stetig bergauf!!!

Nun ja, hat auch Vorteile, denn meine Zunge konnte ich als Schal benutzen! Von da ab ging es dann

eben bis nach Mainz hinein. Zur Uni musste ich. Super war dann aber die Rücktour, denn für die brauchte

ich gerade mal 50 Minuten!! Bergab! Das Weinfest war auch wieder mal ein Erlebnis. Auch Schmeelcke

war wieder mit seinem Fischstand auf dem Platz. Mmmmh! Lecker! Bratkartoffeln und Lachs. Am Samstag

kam wie immer die amtierende Weinkönigin samt Gefolge, sprich: Bürgermeister und Beisitzer des Rates

der Stadt, auf den Platz.

Platzchef Gerhard drehte wie immer morgens, mittags und abends seine Platzrunde, immer zu einem

Schnack bereit. Also war alles so wie immer und das ist das Schöne!

Da wir uns überlegten, ob wir nun weiterfahren oder nicht, dann aber zu dem Entschluss kamen, doch zu

bleiben, wurden aus der einen Woche ganze drei! Uns hat´s ganz einfach gefallen und wir freuen uns

schon aufs nächste Jahr.

Die Rücktour ist eigentlich schnell erzählt. Abfahrt aus Gau-Algesheim und in Ingelheim auf die Autobahn

(es sollte ja endlich nach Hause gehen!)In Stromberg allerdings sind wir dann doch noch mal runter von

der Bahn, um zu tanken. Diesel für 1,28.9 der Liter. Vollgetankt und weiter ging´s. Flotte Fahrt und nach

ganz genau 300 km waren wir wieder in Rees am Niederrhein. Bei Real ran an die Tanke, denn dort ist

der Sprit fast immer günstig. 1,27.9! 30 Liter für 300 Kilometer! 10 Liter auf 100 Kilometer? das habe ich

nun zum ersten Mal erlebt!

Obelink in Winterswijk, Ahaus, Lingen, Haselünne und Vrees waren dann schließlich die letzten Übernach-

tungspunkte, bevor unser Haus und die Nachbarn uns in Empfang nehmen konnte.

Es war ein toller Urlaub!

 

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Urlaub Sommer 13 (2762 km)

73 Tage mit dem Mobil durch Deutschland. 73 tolle Tage!! Gestartet sind wir am 11. Juni, zu Hause

war alles erledigt, sodass wir den Urlaub geruhsam beginnen konnten.

Im Gegensatz zu den Vorjahren hatten wir uns in diesem Jahr vorgenommen, nicht nach Frankreich

zu fahren, sondern in Deutschland zu bleiben. Im Krankheitsfall ist das wohl etwas angenehmer bei

der Sprachbarriere.

So fuhren wir über Wardenburg, Ahlhorn, Vechta bis nach Dümmerlohhausen am Dümmer. Dort fast

direkt am Wasser gibt es einen schönen Stellplatz, eingerahmt von hohen Bäumen. Die Dümmerstraße

41 führt einen direkt auf den Stellplatz (98 km).



Der Stellplatz in Dümmerlohhausen

Im Strandhaus regiert Willi Schomaker, bei dem man erstens ein leckeres Bierchen, leckeren Fisch

und morgens ab kurz nach 8 Uhr auch frische Brötchen bekommt. Auf diesem absolut ruhigen

Stellplatz stehen wir ganz gerne mal für ein, zwei oder auch drei Tage.

Nun aber waren wir nur auf der Durchreise und am nächsten Morgen starteten wir nach dem

Frühstück zur nächsten Station in Halle/ Westfalen. Keine Autobahn, nur über Landstraßen

erreichten wir gegen Mittag den angegebenen Stellplatz, der uns aber überhaupt nicht zusagte.

Abgelegen ohne Infrastruktur war das nicht unser Ding.

Wir fuhren weiter nach Bielefeld (75 km) auf den Stellplatz am Johannisberg. Ein schöner Platz,

bei dem mich nur eines verwunderte: auf dem danebenliegenden Parkplatz standen mehr

Wohnmobile, allesamt mit Bielefelder Kennzeichen, als auf dem regulären Stellplatz. Der Stellplatz

kostet 5 Euro, der Parkplatz nichts!!! Am Nachmittag überraschte uns ein Gewitter, just in dem

Augenblick, als ich aus der Altstadt die Straße zum Stellplatz hochlief. Das Wasser leckte mir aus den

Büchsenpiepen.

70 km standen am nächsten Morgen auf dem Tacho, als wir in Bad Wünnenberg auf dem Stellplatz

ankamen. Dort gab es nette Kollegen, mit denen wir die Zeit verbrachten, es gab einen tollen

Platzwart, der jedem neuen Gast eine Flasche "Maikäfer- Flugbenzin" spendierte, und einen netten

Nachbarn, der gerne mal zu einem  Klönschnack auf den Platz kam. So vergingen diese Tage viel zu

schnell.


Der Stellplatz in Bad Wünnenberg

71 km brachte die nächste Tour auf den Tacho, dann standen wir in Frankenberg/Eder an der

Ederland - Halle. Allerdings waren die guten Plätze (Schatten) alle ausgebucht. So blieben wir nur

bis zum nächsten Morgen, riefen dann unseren Ex- Schwager in Marburg an, jedoch hatte der

leider keine Zeit, uns zu empfangen, da er gerade einen Umzug bewältigte.

So fuhren wir weiter nach Hungen, 85,5 km entfernt, in der Nähe von Gießen. Im Stadtteil

Inheiden gibt es einen Badesee, daneben ein geschotterter Parkplatz mit Stellplatz. Und genau

dieser Parkplatz wurde unser erstes Problem, denn mit Beginn der nachmittäglichen Badezeit kamen

auch die "Nachfolger" von Michael Schumacher  mit ihren Boliden und drehten auf diesem

Schlackenplatz so richtig auf. Das ging so weit, dass die Schlacke an die Mobile flog und man sein

eigenes Mobil vor Staub nicht mehr sehen konnte. Das haben wir uns eine Weile angesehen, ich

habe bei der Stadtverwaltung angerufen, und dann ….. änderte sich nichts! So sind dann alle

Kollegen aufgebrochen und abgefahren.

Wir starteten in Richtung Gießen, nur eine halbe Stunde Fahrzeit und 21 km entfernt. Was wir

nicht wussten, war, dass Gießen im nächsten Jahr die Landesgartenschau hat und der gesamte

Parkplatz und auch der Stellplatz umgebaut werden.

Vor der Schwimmhalle hat man einen Parkstreifen abgezwackt, der nun als Stellplatz gilt. Leider

stehen im Pumpenraum des Schwimmbades aber auch die Fenster "auf  Kipp" geöffnet, so dass

man hier die gesamte Nacht über das Motorengeräusch der Pumpen in den Ohren hat, und das

in zwei Meter Entfernung. Toller Stellplatz!

Am nächsten Morgen sind wir dann schon früh aufgebrochen, um über die Autobahn bis nach

Aschaffenburg zu fahren. Nach gut einer Stunde Fahrt und 100 km mehr auf dem Tacho

hatten wir den Platz erreicht. Ein Stellplatz, der nach wie vor ein Deckplatz der ersten Güteklasse

ist. Wir wollten aber nur frühstücken und ich den Platz nochmals in Augenschein nehmen. Es hat

sich über all die Jahre nichts geändert. Soll hinfahren, wer will, ich muss nicht!

Für uns ging es nach dem Frühstück 12 km weiter nach Leidersbach und dort hatten wir die

Trumpfkarte gezogen. Bei mir ist immerder erste Eind ruck eines Stellplatzes  entscheidend, und

der passte hier absolut. Wunderschön angelegt mitten in der Stadt, ein Bäcker und zwei Metzger

(Fleischer) gleich um die Ecke und zwei große Lebensmittelgeschäfte jeweils am Rand der Stadt.

Unmittelbar nach unserer Ankunft machte uns eine Kollegin auf den verstopften Entsorgungsschacht

aufmerksam. Kinder hatten hier große papierne Hundetüten reingestopft, so dass absolut nichts

mehr ging! Ich machte mich an die Arbeit und förderte wohl an die 50 - 60 Tüten ans Tageslicht.

Nun floss das Abwasser wieder. Da ich die Verwaltung der Stadt auf dieses Übel hinweisen wollte,

schickte ich eine Mail und bekam postwendend eine Antwort und den "Besuch" zweier Bauhof-

Mitarbeiter, die den Schacht nochmals begutachteten. Nur eine Stunde weiter war ich dann

persönlich im Rathaus, weil es in dem dort angesiedelten Cafe´ einen kostenfreien Internet-Zugang

gab. Nun schon mal vor Ort, begab ich mich ins städtische Bauamt, um noch mal persönlich

vorzusprechen. So lernte ich Achim Friese, den Leiter vom Bauamt kennen, einen engagierten Mann,

dem speziell der Wohnmobilplatz am Herzen liegt.



Der wunderschöne Stellplatz in Leidersbach.

Am Nachmittag dann schaute er bei uns auf dem Platz vorbei, um uns Wohnmobil- Kollegen als

"Fachleute" zu befragen, was denn sonst noch auf dem Platz verbesserungswürdig wäre!!! Nach

diesem Besuch habe ich mir Gedanken gemacht und gesagt, dass es in dieser Stadt genau so läuft,

wie es eigentlich sein sollte. Meist ist es ja umgekehrt, so dass die "Fachleute" in den Verwaltungen

sitzen! Leider, denn sonst würde manch ein Platz besser aussehen!!! In Leidersbach sieht der Platz

toll aus!!!

Ein Dank von dieser Stelle nochmals an Herrn Friese!

Drei Tage standen wir auf diesem Platz, dann wurde es auch für uns Zeit, weiterzufahren.

Nach 44 km landeten wir am Expo – Camp in Wertheim, mit der Hoffnung, hier die größte

Ansammlung an Wohnmobilen kennenzulernen. Das war wohl nix, denn der "Freistaat" an der

A 8 ist weitaus größer!

Leider fehlte auch der Schatten auf dem Stell-/Parkplatz, so dass wir bei der Hitze absolut keine

Lust hatten, in die Stadt zu fahren. Wir starteten wieder in Richtung Mainstockheim (48 km).

Das ist immer "unser" Platz, wenn wir Richtung Süden fahren. Es ist ganz einfach toll hier, auch

wenn der Platz relativ einfach "gestrickt" ist. Man hat hier alles für 5 Euro, und das  direkt am Main!



Direkt am Main, der Stellplatz in Mainstockheim

Tolle Kollegen, tolles Wetter, richtig warm, so dass man abends lange draußen sitzen konnte, viele

Mücken und Bremsen, und das war dann mein Problem. Irgendein Biest hatte mich zwei Mal in die

Kniekehle gestochen, ich hatte dann ein wenig gekratzt, so dass ich nur drei Tage später ein Bein

hatte, das nicht mehr in die Hose passte!!!

Mit einer wunderschönen Blutvergiftung bin ich dann am Sonntagmorgen nach Kitzingen ins

Krankenhaus gefahren. Bein aufgeschnitten, mehrfach gewaschen und desinfiziert, Blut zapfen,

Spritze geben, alles gut einwickeln, so bin ich dann von dannen gehumpelt.

Unsere Tour ging weiter, das Ziel Wassertrüdingen. Gekommen sind wir bis Wolframs - Eschenbach

(86 km). Auf dieser Tour haben wir uns noch den Platz in Ansbach angesehen, der uns aber

überhaupt nicht zusagte. In Wolframs - Eschenbach erlebten wir dann aber eine positive

Überraschung. Ein Stellplatz, wie es ihn wohl schöner nicht gibt in Deutschland!!!



Das beste, was Deutschland zu bieten hat! Der Stellplatz in Wolframs-Eschenbach

Jeder geräumige Platz ist mit einer Hecke abgeschlossen, unten bewachsen mit Blumen, Leuchten

auf dem Platz, an denen jeweils eine Blumenampel befestigt ist und Rosenstöcke, die ein einmaliges

Bild ergeben. Dazu die Stadt mit einer vollkommen erhaltenen Stadtmauer, ein Metzger mit Spitzen -

Essen und ein Bäcker gleich nebenan.

Und dann noch Norbert Niedermeier, der rührige Platzchef mit Humor, der alles im Blick hat und

jederzeit anzusprechen ist. Logischerweise haben wir hier unsere obligatorischen Radtouren gemacht,

naja, es wird mal ein wenig hügelig und es geht bergauf, dafür geht's dann aber irgendwann auch

wieder runter. Es hat ganz einfach Spaß gemacht auf diesem Platz. Da fühlt man sich wohl!

31 km weiter hatten wir unser nächstes Ziel: Wassertrüdingen, eine Stadt an der Wörnitz gelegen.

Direkt dran ist auch der Stellplatz, auf dem wir uns schon vor Jahren gut aufgehoben fühlten. Nun

aber hatte ich zusätzlich noch eine Einladung von Peter Wittmann, seines Zeichens Ratskollege aus

der Stadt, der sein Augenmerk auf den Ausbau des Stellplatzes geworfen hat. So saßen wir am

Nachmittag bei der Familie Wittmann zu Hause bei leckerem Kuchen, den Chef 1, Simone Wittmann,

gebacken hatte. Logischerweise wurde viel über Politik und Stellplätze geredet. Für diesen schönen

Nachmittag nochmals ein Dankeschön an die Beiden!

Nur 46 km weiter hatten wir schon unser nächstes Ziel erreicht, Donauwörth. Der Stellplatz befindet sich

auf einem riesigen Parkplatz direkt an der Donau. Auch hier ist  Strom und V+E vorhanden. Bei der

abendlichen Runde erzählte ein Kollege, dass er am nächsten Morgen nach Rain wollte. Damit konnte ich

nun gar nichts anfangen. Als er aber erwähnte, dass dort die Firmenzentrale der Fa. Blumen Dehner ist,

wurde ich auch neugierig, denn Dehner ist bekannt!


"Das" Aushängeschild der Stadt Rain: Blumen Dehner

Rain, nur 10 km von Donauwörth entfernt, empfing uns mit einem guten Stellplatz mit allem Drum und

Dran. Wagen abgestellt und dann ab zu Dehner. Was soll ich sagen, eine Sensation, die Anlage von Dehner.

30000 m2 Blumenpark brachten uns aus dem Staunen nicht mehr heraus.

Eine Radtour entlang des Lechs ist hier Pflicht, zum Teil auf dem Deich, teils nebenher geht es hier durch

eine wunderschöne Landschaft.

Unser Mobil zog uns weiter in Richtung Günzburg, 60 km entfernt. Immer entlang der Donau führt die

Strecke. Kurz vor der Stadt hatten wir uns dann einen Stellplatz an einem privaten Flugplatz angesehen.

Der erschien uns aber zu einsam, weil dort auch kein weiterer Kollege stand. So ging es dann noch 4 km

weiter bis zum Schwimmbad fast in Zentrumsnähe. Allerdings hat dieser Platz seine Tücken, denn TV -

Empfang haben dort nur wenige. Hohe und ausladende Bäume vernebeln jeden Kontakt. Die Ausstattung

des Platzes ist allerdings perfekt, denn Wasser und Strom gibt es in beliebiger Menge. Auch eine

Entsorgungsanlage ist unmittelbar an der Zufahrt vorhanden.

Am nächsten Morgen hatten wir unsere Weiterfahrt nach Kötz geplant. Kötz, nur 6 km weiter und die

Heimat von ALKO. Alko – Tiefrahmen kennt doch jeder. Allerdings gibt es hier keinen Stellplatz, ganz zu

meiner Verwunderung. So mussten wir wohl oder übel weiterfahren (60 km) bis nach Memmingen.

Dieser Stellplatz und auch die Stadt haben uns dann aber total entschädigt.




Der Marktplatz mit Rathaus in Memmingen

Eine tolle Stadt, die nicht nur eine "historische" Altstadt beherbergt, sondern mit einer Innenstadt

aufwartet, die ihresgleichen sucht. Wir waren begeistert. Drei Tage haben wir diese Stadt genossen.

Dann ging es aber weiter nach Kißlegg im Westallgäu. Nach 40 km erreichten wir den Platz am

Badesee und staunten nicht schlecht, denn diesen Platz kannten wir gar nicht wieder. Total

umgebaut zu einem Top-Platz. Just an dem Tage sollte abends dieser Platz mit großem Tamtam

eingeweiht werden. Mein erster Gang war der zur Kassiererin des Schwimmbades, die mir erklärte,

dass der Platz ab sofort 7,50 kostet. Etwas zu viel, wenn ich bedenke, dass auch in der Nacht

unmittelbar neben dem Platz Kühl - Lkw`s stehen, die währenddessen die Kühlaggregate laufen

lassen müssen!! Ich meine, lieber 5 Euro und dann langsam erhöhen. Hier hat man aber sofort

zugelangt! Schlechte Beratung!!!

Wir starteten in Richtung Leutkirch (16 km), kamen dort auf den Stellplatz am Strandbad und

saßen mitten in einem riesigen Mückenschwarm. Das war´s.

Nochmals 42 km und wir waren in Immenstadt. Zum ersten Mal in Immenstadt auf dem Stellplatz!

Das wars aber auch, denn auf diesem staubigen Platz, wo ich zahlen soll, die Pkw´s aber nicht???

Außerdem ohne jegliche Bepflanzung, ohne Schatten, total trist! Für mich ganz einfach ein

Wohnmobil- Abstellplatz, aber kein Stellplatz, auf dem man sich wohl fühlt!!!

Sonthofen im Allgäu erwartet uns nur 10 Minuten und 9 km später. Dort am Schwimmbad

angekommen, finden wir einen schönen Stellplatz, verdrücken uns anfangs in die Ecke. Nach

einem Gespräch mit der Angestellten des Bades aber durften wir nach deren Auskunft das

gesamte Park - Areal nutzen. Hier konnten wir erst einmal ausspannen und die Stadt erkunden.


Ein Blick auf den "Grünten", den Hausberg von Sonthofen


Logischerweise mussten wir auch den Friedhof und das Grab unseres Onkels und Tante aufsuchen

(Onkel war Bürgermeister in Sonthofen!). Logischerweise lädt dieUmgebung dieser Stadt auch zu

Radtouren ein. Bis nach Oberstdorf und nach Fischen sind wir gefahren. Stellplätze angucken!

Im Internet entdecke ich einen Stellplatz in Wertach (24 km)an einem Reiterhof. Da wir selber

Pferde besaßen, war das natürlich unser nächster Anlaufpunkt. Doch die Enttäuschung war groß,

weil es dort überhaupt keinen Stellplatz gab. Ich vermutete dann, dass dieser Hof ein "Lockpunkt"

für den Campingplatz in Wertach sein könne. Vielleicht liege ich da gar nicht so schief!!!

Also weiter nach Nesselwang (10 km). Den Platz mag ich überhaupt nicht. Da strotzt die Tristess,

völlig schmucklos! Übrigens, die Stadt mag ich auch nicht, seitdem ich dort von einem LKW fast

über den Haufen gemangelt wurde. Der LKW kam hinter mir auf dem Bürgersteig gefahren, weil

ein weiterer LKW von der anderen Seite kam. Zwei Lkw´s können sich dort nicht begegnen!!! So

sprang ich, um meine Haut zu retten, in den Eingang eines Geschäftes.

Nun aber waren wir nur zum Mittagessen gekommen. Da gibt es einen kleinen Metzger im Ort, der

hervorragende Dinge für wenig Geld anbietet! Das haben wir genossen!

Wir wollten aber auch einen absolut ruhigen Stellplatz haben und den haben wir gefunden in

Marktoberdorf (23 km), der Heimat von Xaver Fendt. Dort auf dem Schlossberg - Stellplatz haben

wir die Tage genossen. Es war ganz einfach schön hier. Der Stellplatz bietet alles, die Stadt

sowieso, so kann man es aushalten! Nach drei Tagen rufen die Reifen, sie wollen wieder

Straßenbelag unter sich haben! Das ist nun mal so, und aus dem Grunde ging es weiter nach

Schongau (25 km) am Lechufer.

An dem Tage nieselte und regnete es aber, und so sah der Platz dementsprechend aus. Da es

dort auch keine Stromversorgung gibt, haben wir uns gesagt: es ist besser, wenn wir fahren!

So gelangten wir nach 3 km in den kleinen Ort Peiting. Auf dem dortigen Stellplatz am

Schwimmbad gibt es aber gar nichts außer Stehen! Rein ins Auto, Vorwärtsgang eingelegt und

34 km nach Murnau gefahren.

Hier steht man am Bahnhof, doch wer nun denkt, dass es dadurch laut ist, der irrt sich. Wir haben

toll geschlafen. Radtouren durch die Stadt (eine schöne Einkaufsstraße),

in die Umgebung und ein paar Fußmärsche zum nahen Einkaufszentrum waren Pflicht. Der

Staffelsee ist nur wenige Minuten entfernt!

Das waren wieder schöne Tage! Übrigens, hier kostet der Stellplatz 1 Euro pro Tag!!! Wir

verlassen die Stadt am nächsten Morgen und fahren in Richtung Walchensee.

Dort im Ortsteil Einsiedl soll es einen großen Stellplatz geben. Nach 33 km hatten wir diesen

Platz erreicht und waren überrascht ……. von der unmöglichen Aufteilung.

Hier hat jemand gewirkt ohne Überlegung und Verstand.

80 Wohnmobile sollen hier Platz finden. 18 Stromanschlüsse gibt es auf dem Platz, allesamt

am Waldrand mit hohen Bäumen! Wenn man nun aber unbedingt Fernsehen gucken will,

so gibt es zwei Möglichkeiten: entweder man guckt nicht oder schnappt sich die Kabelrolle

mit mindestens 50 Meter Kabel, denn man muss, um überhaupt Empfang zu haben, ganz auf

die andere Seite des Platzes wechseln. Supertoll überlegt! Bis in den nächsten Ort

(Walchensee) sind es auch nur schlappe 4 km!! Naja, dann zum Essen oder Bierchen trinken

in den Ort macht richtig schlank!!!

So fuhren wir über Wallgau (Heimat von Biathletin Magdalena Neuner) über eine Mautstraße

zum Sylvensteinsee (30 km), der von der Isar gespeist wird. Natur pur, die schöner nicht sein

kann.

Der Stellplatz liegt mitten im Wald auf einer Landzunge im Stausee der Isar. Ruhe, Natur und Erholung.

Am nächsten Morgen starten wir unser Mobil und fahren über Wildbad Kreuth und Bad Wiessee

nach Gmund am Tegernsee (38 km).

Das ist jährlich "unser" Platz, wenn wir diese Tour fahren. Ein schnuckeliger kleiner Ort direkt am

Tegernsee, ein hervorragendes Fahrradwegenetz umrundet den See, öffentliche Toiletten am Platz

und der Weg zum Wasser macht nur 150 Meter.



Der wunderschöne Tegernsee

 Die Ruhe wird nur ab und zu mal vom Regionalzug gestört, der hier langsam direkt am Platz vorbeifährt.

Logischerweise machten auch wir unsere Radtour nach Tegernsee, Rottach-Egern und Bad Wiessee.

Das macht bei gutem Wetter einfach Spaß, 20 km schönste Landschaft!

Nach weiteren 3 Tagen starteten wir dann in Richtung Waging am See (94 km). Dort steht auf dem

Campingplatz Schwanenplatz mein alter Kumpel Jürgen Freese (ehemals aus Bad Zwischenahn) mit

Anhang. Logisch, dass wir diese Freunde besuchen müssen.

So verbringen wir hier den Tag, Kaffee, Kuchen und abends Grillen. Das Wetter ist heiß! Zu heiß!

Irgendwann jedoch ist auch ein solcher Tag vorbei und da wir in Deutschland nie auf einem

Campingplatz übernachten und es in Waging keine Möglichkeit des Übernachtens gibt, machen wir

uns auf die Socken nach Altötting (38 km). Dort kommen wir am Abend an, es wird schon dunkel.

So versuchen wir im Scheinwerferlicht einen guten Stellplatz zu finden. Nächtens habe ich manchmal

gedacht, wir machen einen Handstand in der Koje, so schräg steht man hier. Am nächsten Morgen

sah ich dann aber, dass die dort über Nacht stehenden Busse auf ebenem Pflaster stehen!!! Warum

das hier so gehändelt wird, weiß wohl nur die Verwaltung.


Die Wallfahrtskapelle in Altötting


Es ist heiß in Altötting, sehr heiß. Menschenmassen drängen durch die Stadt, alle nur mit einem Ziel:

Die Wallfahrtskapelle auf dem Marktplatz. 7 Klöster und Kirchen hat die Stadt, allesamt um die Kapelle

herum angeordnet. Kirchen besichtigen ist immer schön. Wir klopfen noch beim Grafen Tilly an, der

dort in einer Gruft seine letzte Ruhestätte hat. Er hat aber nicht geantwortet! Die Hitze ist unerträglich.

Beim Gang durch die Altstadt entdecken wir den zweiten Stellplatz auf dem Parkplatz "Dult". Hier aber

null Schatten, dafür eben!

Eine zweite Nacht wollen wir nicht auf diesem schrägen Platz stehen und so beschließen wir, am späten

Nachmittag weiterzufahren. Das Ziel ist Visbiburg (43 km). Über Mühldorf geht es in diese Stadt.

Einen Stellplatz habe ich allerdings auf meiner Suche nicht gefunden. So folge ich den Hinweisschildern

zum Stadtbad. Dort gibt es mit Sicherheit einen Platz für eine Nacht. Denke ich! Zwei Arbeiter vom

Bauhof spreche ich an, ob ich mich wohl für eine Nacht ganz hinten auf dieses riesige Areal von

Parkplatz stellen darf. Nein, ist die Antwort, wir haben doch extra einen Stellplatz für Mobile gebaut!

Nun ja, er erklärt mir, wie ich zu diesem Stellplatz komme und so fahre ich los auf der Suche durch das

Wirrwarr der Stadt. Dann finde ich den Stellplatz durch Zufall am äußersten Ende eines großen

Parkplatzes. Direkt vor den 2 Stellflächen ist ein Schild mit dem WoMo-Piktogramm. Ein Kollege steht

dort bereits, aber nicht auf dem Stellplatz. Und als ich mich noch so wundere, wieso er dort und nicht

auf dem Stellplatz steht, lege ich den Rückwärtsgang ein und fahre in ein loses Schotterbett, ca. 30

cm tief, was allerdings nicht zu erkennen war. Da saß ich fest! Dann sah ich auch noch, als der Kollege

gegenüber höhnisch grinsend aus seinem Fenster guckt! Toller Kollege!

Mit viel Kraft bin ich dann noch wieder freigekommen. Nun allerdings fahre ich auf den daneben-

liegenden Parkplatz. Am Abend kommen noch weitere Kollegen mit einen Eura um die Ecke

gebogen, die auch in dieses weiche Schotterbett fahren wollen. Ich halte sie davon ab. Es folgen

ein paar Minuten Fachgespräche zwischen Kollegen, leider viel zu kurz. Dabei stellt sich heraus, dass

Bad Zwischenahn deren "zweite Heimat" ist!

Am nächsten Morgen gehe ich erst zum Bäcker und dann ins Rathaus, weil ich wissen will, wer

denn für diesen Schwachsinn verantwortlich ist. Rein ins Bauamt, dort stehen zwei Herren mit

einer Tasse Kaffee auf dem Balkon, die ich aber wohl in ihrer fachlichen Diskussion gestört habe,

denn die Fragen und Antworten des Leiters waren vom Allerfeinsten! Dabei dachte ich immer,dass

man Gäste bevorzugt behandelt!?

So verlassen wir diese ungastliche Stadt. Unser nächstes Ziel ist Landshut (22 km), obwohl wir

vorgewarnt wurden, dass dort zurzeit die "Landshuter Hochzeit" stattfindet. Was das bedeutet,

wussten wir nicht. Nun ja, da heiratet jemand Besonderes!?



Die City von Landshut, mit Rathaus und Filiale Ulla Popken (Rastede)

Vorsichtshalber aber habe ich die Touristik angemailt mit der Frage, ob es denn in Landshut einen

Stellplatz gibt? Es gibt leider keinen, doch "man darf sich auf einen großen Parkplatz stellen, jedoch

nur bis zum Freitag!". Dabei wollte ich doch nur ein Bild vom Rathaus machen, welches in der Serie

"Um Himmels Willen" auch das Rathaus darstellt. Tausende von Menschen in dieser Stadt, so dass

wir uns sagen: das sind ein paar zu viel. Außerdem lockt uns das "Kloster Kaltenthal" der Serie, nur

etwa 15 km entfernt in Niederaichbach.

Dort angekommen, stecken wir mitten in den Dreharbeiten zur Serie und dürfen zusehen.

Bürgermeister Wöller (Fritz Wepper), Schwester Hanna (Janina Hartwig) und all die anderen

Schauspieler wuseln durch die Gegend.



Der Innenhof vom "Kloster Kaltenthal" mit Daimler von Schwester Hanna. Links die junge Dame,
die ihren Segelschein in Bad Zwischenahn gemacht hat.



Ein junges Mädel spricht uns an, die etwas abseits auf einer Bank sitzt. Sie will wissen, was wir

machen und woher wir kommen. Ich antworte ihr, dass sie unseren Heimatort Bad Zwischenahn

bestimmt nicht kennt. 850 km entfernt, einmal quer durch die Republik, gebe ich ihr zu verstehen.

Nun ja, antwortet sie, in Bad Zwischenahn habe ich meinen Segelschein gemacht!!! Die Welt ist

ein Dorf!

Dingolfing an der Isar (18 km) hatten wir anvisiert. Spitzen - Stellplatz hoch oben auf einem

separaten Teil über einem großen Parkplatz. Von hier oben hat man einen tollen Ausblick über den

Parkplatz, über die Sportanlagen und Teile der Stadt. Der Nachmittag verlief richtig gut und ruhig,

so dass es Spaß machte, hier zu stehen. Am Abend jedoch sammelten sich auf dem Parkplatz unter

uns die Jugendlichen, allesamt mit heißen Maschinen und Autos ausgerüstet.



Der Stellplatz in Dingolfing. Im Hintergrund schon die ersten "Rennfahrer", die sich dort trafen

Als wir noch dachten, dass dieser Parkplatz als Treffpunkt für die Jugend bereitgestellt ist, hörten

wir die ersten quietschenden Reifengeräusche. Diese Geräusche steigerten sich. Es wurden

Motorräder und Pkw`s getestet, abwechselnd, dann wieder zusammen. Die "Teststrecke" betrug

immerhin knapp 300 Meter (so lang ist der Parkplatz!). Wer hat denn nun die schnellste Kiste?

Irgendwann standen alle "Teilnehmer" ruhig und still zusammen. Kein Wunder, denn schon kam

ein Fahrzeug mit einer blauen Lampe auf dem Dach auf den Platz, drehte seine Runde und war

wieder weg. Danach ging das Testen weiter. So wiederholte sich das Procedere drei Mal bis in

den späten Abend hinein. Wir vermuteten, dass die Knaben irgendwo an der Zufahrt zum Platz

einen Informanten hatten, der sie warnte, wenn die Polizei im Anflug war.

Das wollten wir nicht noch einmal erleben, und so schlängeln wir uns am nächsten Tag in der

nachmittäglich brütenden Hitze die Isar entlang bis nach Landau (21 km).

Dort findet sich kein Stellplatz mit Schatten, die mit Schatten sind alle belegt! Doch kurze Zeit

später macht sich ein Kollege auf, um weiterzufahren. Das ist nun unser Platz hinter und unter

einem großen Baum.



Stellplatz in Landau/Isar. Das war die Ruhe vor dem Sturm!



Schatten! Endlich Schatten. Ein toller Stellplatz am Rande eines großen Parkplatzes. An der Einfahrt

ein McDoof. Na ja, 400 Meter entfernt. Doch genau dieser McDoof sollte unser zweites Problem

werden, denn beim nächtlichen Blick aus dem Alkovenfenster sehe ich zwei Autos, die vom McDoof

in unsere Richtung kommen. Na ja, denke ich, dass sind bestimmt junge Leute, die hier in

gewohnter Weise ihre Fressalien verspeisen, dann den Unrat aus dem Fenster "entsorgen" und

vielleicht noch ein wenig  Knutsch - Spiele veranstalten!? Völlig falsch! Beide Autos bauten sich neben

uns und den Kollegen nebeneinander stehend auf und testeten die Spurt - Schnelligkeit der Pkw`s!

Die Schlacke flog, eine riesige Staubwolke waberte über den Platz. Sicherlich hätten die Beiden auch

auf dem riesigen Areal von Parkplatz testen können, …. aber da stand ja kein Wohnmobil!!!

Am nächsten Morgen erwartete uns die nächste Überraschung. Neben uns und hinter uns waren

Flohmarktstände aufgebaut, aber so, dass wir den Platz nicht mehr verlassen konnten! Ein Franzose

wird jetzt wohl dort immer noch feststecken. Wir sind dann etwas deutlich geworden und abgefahren.

Bloß weg und hin nach Plattling, wo der Stellplatz hinter dem Schwimmbad angeordnet ist. Nur

21 km und wir sind auf dem Platz, wo wir auch noch einen Schattenplatz  ergattern. Die Räder vom

Träger und erst mal eine Radtour gemacht. Super ausgebaute Radwege! Nach eineinhalb Stunden

sind wir wieder beim Mobil und beschließen, doch noch zu grillen, obwohl sich ein Gewitter

anzubahnen scheint. Es bleibt jedoch ruhig, nur in der Nacht nerven uns die Mücken! Bssssssssssss.

Klatsch, wieder eine erlegt!

Der nächste Morgen beginnt genauso, wie der alte Tag endete: heiß! Ohne Gewitter! So fahren

wir über Deggendorf und durch graue, verschlickte Kornfelder nach  Cham, 71 km. Dort soll es bei

einer Gaststätte mitten in der Stadt einen Stellplatz geben. Was wir finden, ist eine kleine Wiese

ohne irgendetwas und auch nicht gerade einladend.

Wir fahren weiter nach Roding, nur 7 km entfernt. Neben einer Sportanlage steht man hier sauber,

trocken und ruhig! Alles ist vorhanden. Leider stehen wir alleine auf dem Platz. Ein weiterer Kollege

kommt, guckt und fährt dann wieder. Wir machen einen Gang in die Stadt, nur 100 Meter entfernt.

Eis-Essen, bei dem Wetter das Beste, was einem passieren kann. Nachdem am zweiten Tag abends

ein Grillfest angesagt ist und nachmittags schon die ersten singenden Gruppen durch die Stadt ziehen,

beschließen wir, weiterzufahren.

Dann fahren wir ganz eben nach Schwandorf (38 km), beschließen wir! Dort auf einem großen

Parkplatz an der Naab soll der Stellplatz sein. Dort allerdings hinzukommen, ist gar nicht so einfach,

denn in der Stadtmitte ist Bürgerfest. Fast alle Straßen gesperrt, Musik hämmert durch sämtliche

Ecken. Aber toll! Da es nun aber schon fast 20 Uhr ist, beschließen wir, es drauf ankommen zu

lassen und zu bleiben. Mit viel Glück finden wir noch eine Lücke auf dem Stellplatz an der Naab.

Pkw´s in Massen. Ca. 23 Uhr legen wir uns in die Waagerechte mit dem Glauben, dass es doch

wohl laut werden könnte. Ich kann nur sagen, dass wir geschlafen haben wie die Murmeltiere. Der

erste Blick am nächsten Morgen überraschte uns. Es stand kein einziger Pkw mehr auf dem Platz.



Hier in Schwandorf steht man direkt an der Naab super ruhig!

Am nächsten Morgen ist Flohmarkt in der Stadt, der zweite Tag des Stadtfestes beginnt. Kaffee,

Musik stöbern, was will man mehr?

Dann spitze ich meine Ohren. Ich höre Musik meiner Lieblingsband CCR (Creedence Clearwater Revival).

Im langsamen Trott wippte ich mit der Musik durch die Straßen, bis ich endlich diese Bühne erreicht

hatte. Booooah! Das ist noch Musik!!

Im Nachhinein kann man sagen, dass es eine toller Platz und eine tolle Stadt ist, so dass wir vier

Tage durchgehalten haben. Das hat uns ganz einfach super gut gefallen.

So geht es gut gelaunt weiter in Richtung Amberg (25 km). Dort versuche ich Heiner Horschelt

zu treffen, ein Kollege, der den Platz fast an der Altstadt gelegen betreut. Am Nachmittag

besucht er uns am Mobil und wir verabreden, dass wir uns am Abend bei einem Bierchen

zusammensetzen. Aber erstens kommt es anders und zweitens, als man denkt, denn unsere

Bekannten, mit denen wir zusammen auf Tour sind, rufen an und melden, dass sie einen

Motorschaden haben. So rufe ich schweren Herzen bei Heiner an und sage das Treffen ab.

Wir spurten los, doch nur nach einer viertel Stunde klingelt erneut mein Handy. Unser

Bekannter berichtet, dass sich der Schlauch vom Turbolader gelöst hat!!! Na Bravo!

Wir verabreden, dass wir uns am nächsten Tag in Auerbach treffen wollen. Wir aber bleiben

dann doch in Sulzbach - Rosenberg, 12 km weiter in Richtung Auerbach.

Dort bleiben wir über Nacht, erkunden die Stadt und wollen uns dann zur Ruhe begeben.

Doch auch hier sind es junge Leute, ein Pärchen mit einem BMW, das hier auf dem Parkplatz

direkt neben uns ein Fahrzeug testet. Wohl an die zwanzig Mal fährt er den Platz hoch und

runter, so dass wir dachten, er wäre nicht normal! Als ich dann soweit war, um mich bei

ihm in Form einer Beule persönlich zu beschweren, fuhr das Paar vom Platz. Super! Nach

einem Gang durch die Stadt am nächsten Morgen bin ich dann auch noch ins Rathaus

gegangen und habe von dem Vorfall berichtet.

Als wir dann aber eine halbe Stunde später auf dem Platz in Auerbach (40 km) ankommen,

sehen wir erst mal gar nichts. Ein Anruf bei unseren Bekannten bestätigt meinen Verdacht:

Die sind nach Auerbach ins Vogtland gefahren!!! Richtig! Das war´s dann mit dem Treffen!

Der Stellplatz in Auerbach/Oberpfalz sah dann allerdings eher aus wie eine Schutthalde.

Riesige Mengen Schutt, Bauschutt, Lkw´s, Anhänger, ein Zirkus auf dem Platz und

neben dem Stellplatz eine Skaterbahn. Mahlzeit! Nach nur einen großen Runde sind wir

abgefahren!

36 km bis nach Kemnath. Jedem nur zu empfehlen! Eine tolle Stadt, der Stellplatz knapp

100 Meter von der Fußgängerzone entfernt an einem kleinen Ententeich

(Fischweiher) und absolut ruhig.


Zwischen Weiher und Stadtzentrum, der schöne Stellplatz in Kemnath


Vier ganze Tage haben wir hier gestanden und haben es uns gutgehen lassen!!! Ganz einfach toll!

Frisör, Klamotten, Schuhe, Essen Eis und Cafe`, ja, da bleibt schon Geld in einem Ort!!!

Goldkronach (30 km) am nächsten Tag hat uns dann allerdings gar nicht zugesagt. Obwohl der Ort

gut und gepflegt aussah, lagen auf dem Stellplatz zerschlagene Flaschen, so dass wir uns gar nicht

vorstellen mochten, was denn wohl in der Nacht auf dem Platz los ist.

Der Ort Wirsberg (16 km) am Mittag war dann doch schon besser. Nun aber stand dort ein großes

Mobil, wohl an die 9,50 lang. Es war aber wohl so, dass dieser Fahrer oder Begleitung kein weiteres

Mobil auf dem Platz mochten, schon gar nicht einen solchen popeligen Eura mit 6,5 Meter Länge!

Zu unserer Seite hin wurden flugs alle Jalousien hochgezogen. Um Himmels Willen keinen Kontakt

mit den Personen aus den "minderwertigen" Fahrzeugen!!!



Hotel und Gourmet-Restaurant von Fernsehkoch Alexander Herrmann

Wir haben die Menschen (keine Kollegen!!!) dann auch ignoriert und sind auf einen Spaziergang in

den kleinen Ort gegangen.

Mitten drin das Hotel und Gourmet-Gastronomie vom Fernsehkoch Alexander Herrmann, an diesem

Samstag durch eine große Hochzeit ausgebucht! Schade! Wirsberg liegt nur übrigens nur 4 km von

Marktschorgast (Frankia) entfernt!

Also zurück zum Mobil und weiter nach Kulmbach (15 km). Bei der Hitze war dieser Platz unterhalb

der Burg wieder mal ein Glücksgriff! Schön im Schatten, tolle Kollegen, u.a Heinz und Ulrike Bruns

aus der Nähe von Lüneburg standen dort auf dem Platz.


Unterhalb der Burg und fast am Stadtzentrum, der Stellplatz in Kulmbach


Mit den Beiden kamen wir unvermittelt ins Gespräch (ich quatsche einfach jeden an!) und machten dann

auch gemeinsame Touren durch die Stadt. Dann aber mussten die Beiden weiter (Pflichten) und wir wollten

weiter.

Bis zum Wochenende hätte man in dieser Stadt eh nicht bleiben können, denn freitags begann die

Kulmbacher Bierwoche. Da geht´s immer hoch her!

Über Melkendorf (Vorort von Kulmbach am Zusammenschluss von Roten und Weißen Main) sind wir dann

bis nach Meiningen gefahren. Zwei Stunden später und 115 km mehr auf den Tacho hatten wir ein

besonders Erlebnis. Der Stellplatz abartig und ungepflegt und als Stellplatz nicht zu erkennen. So

machten wir nur eine Mittagspause und weiter ging bis nach Bad Salzungen (36 km).

Dort fuhren wir auf den Stellplatz an den Werra- Auen. Ein Kollege schielte schon böse, weil wir

auf 4 Meter an sein Fahrzeug rangefahren sind. Er brauchte wohl etwas mehr Platz und Freiheit für

seinen 6 -Meter- Hymer. Ein weiterer Kollege erzählte uns, dass die Stadt einen neuen Stellplatz

baut. Den mussten wir uns natürlich ansehen und begutachten. Das wird ein Top- Platz und

höchstwahrscheinlich irgendwann im Preis auch!! Abwarten!

Am nächsten Morgen schnürten wir dann unser Ränzel und machten uns auf den Weg nach Bebra

am Breitenbacher See (50 km). Das ist in jedem Jahr "unser Platz", auf dem man richtig Urlaub

machen kann. Fast drei Wochen haben wir es hier ausgehalten,



Das waren die "Pflegeeltern" unseres Hundes. Jeden Morgen machte er seine Tour über
den Platz in Bebra am Breitenbacher See
.

haben die alten Strategen wie Hans I, Hans II, Christa, die Bayern aus Mühldorf, die Stuttgarter,

die auch in jedem Jahr dort stehen, und auch neue Kollegen kennengelernt. Dort ist für mich der

Platz, wo ich mich erholen kann. Das sehen andere Kollegen allerdings genau so, denn bei der

Ankunft war der Platz brechendvoll!!!

Wir verdrückten uns in die letzte Lücke, rückwärts reincirkelnd. Es passte. Als dann am nächsten

Tag ein Kollege abbaute, sind wir in diese Lücke gestoßen. So haben wir mit den Kollegen tolle

Tage verlebt. Etliche Radtouren durch die Stadt, ins Umland und fast täglich nach Rotenburg

waren an der Tagesordnung.

Ein tolles Grillfest, von der Stadt organisiert, war der Hammer während der Tage. Auch

Bürgermeister Horst Groß, den ich vor zwei Jahren schon mal im Rathaus besuchte, war wieder

mit von der Partie. Rundherum tolle Wochen. Auch unser Hund hat die Zeit genossen, denn er

war tagsüber mehr bei den umliegenden Kollegen, wo er sich seine Streicheleinheiten abholte,

als bei uns!

Nach all diesen Tagen mussten wir dann aber doch unsere Zelte abbrechen, schließlich neigte

sich unser 12-Wochen-Urlaub dem Ende entgegen. Mit einer Träne im Auge und mit Hupen

und Winken sind wir abgefahren in Richtung Weser.

Unterwegs Halt in Hofgeismar (82,5 km). Doch dort erlebten wir das genaue Gegenteil von

Bebra. Nicht wie in Bebra, wo jeder Kollege mit dem nächsten quatscht, schließt sich hier fast

jeder Kollege in sein Fahrzeug ein. Dort gibt es keine Gruppen, die zusammenstehen! Warum,

weiß ich nicht! Da so etwas überhaupt nicht mein Fall ist (wenn ich mit niemandem sprechen

will, könnte ich mich auch zu Hause auf meine Terrasse setzen und mich abschotten, das wäre

wesentlich billiger!), sind wir am nächsten Morgen bis nach Beverungen (29 km) an die Weser

gefahren.

Dort hatten wir unvermittelt einen schönen Platz, Strom und nette Kollegen zum Klönen!

So soll es sein! Am Nachmittag hatte ich ein Gespräch mit Hermann-Josef Sander, dem Leiter

der Touristik. So konnte man sich mal unter Fachleuten austauschen.

Radtouren entlang der Weser und kreuz und quer durch die Stadt, tolle Lokalitäten,

Einkaufsmöglichkeiten und Cafés luden uns zum Bleiben ein. Aus einem sind dann drei Tage

geworden!

Ihr wisst ja, nach drei Tagen fängt der Hintern an zu zittern, wir wollten weiter. Unser

Abschluss an der Weser ist??? Na? Rinteln (84 km)! Vorher aber noch mal in Höxter über den

Platz (der war gut gefüllt!).

An der Zufahrt steht immer noch das Schild mit dem Hinweis auf 140 kostenfreie Stellplätze,

obwohl der Platz noch nie kostenfrei war!!!

Auch in Rinteln haben wir noch drei Tage zugebracht, denn diese Stadt sagt uns ganz einfach

zu. Man kann fast sagen, dass es ganz einfach Pflicht für uns ist, Rinteln anzufahren. Das passiert

allerdings auch 3 - 4 Mal im Jahr!

Das Wetter passte, es war nun nicht mehr so heiß, so konnten wir direkt am Weserufer die Tage

genießen. Eines Abends, der Platz war bis oben hin gefüllt, kam noch ein gelbes Nummernschild auf

den Platz, machte eine Platzrunde und ich denke noch,



Direkt am Weserufer, der Stellplatz zum Ausruhen in Rinteln.

wo stellt der sich hin? Naja, es gibt an der Platzzufahrt zwei Boule-Felder. Eines davon nahm er

rotzfrech in Besitz! So viel Dreistigkeit sollten wir uns mal in Holland erlauben.

Ich bin immer noch der Meinung, dass ich, wenn ein Parkplatz voll ist, weiterfahren muss. Naja, man

lernt nie aus!

Am nächsten Morgen ging es dann auch für uns weiter (Platz machen für Holländer!) HiHi! Hille

(30 km) in der Nähe von Lübbecke war angesagt. Da dort aber in dieser einsamen Ge-gend niemand

außer uns stand, sind wir ganz einfach weitergefahren. Dafür ist schließlich ein Mobil da.

Nach 53 km standen wir wieder auf dem Platz, auf dem wir gestartet sind, bei Willi Schomaker in

Dümmerlohhausen! Nun allerdings begann es in der Nacht zu regnen, der Tag war auch nicht so

berauschend. Eigentlich schade, den Urlaub mit Regen zu beenden.



Fisch, Fleisch, Pommes, frische Brötchen und Bier, all das gibt es bei Schomaker in Dümmerlohhausen


Zwei Tage mit lockeren Kollegen (Super - Gruppe) ließen wir dann dort zurück und machten eine weitere

Etappe in Richtung Heimat. Diepholz (20 km über Steinfeld) erwartete uns bei Dauerregen. Doch zuvor

waren wir noch zum Platz in Steinfeld gefahren, nur gucken, ob da jemand steht. Also, ich bin jetzt

schon mehrere Male in Steinfeld gewesen, einen Kollegen habe ich dort noch nie gesehen. Nette

Kollegen dagegen hatten wir in Diepholz auf dem Platz. Kollegen aus Bremen, die ich schon lange Jahre

kenne, nahmen Diepholz als Startpunkt für ihre Frankreich - Tour. Oh, wie gerne wäre ich mitgefahren!!!


Stellplatz in Diepholz

Meinen Jugend-Freund Hajo habe ich wieder mal besucht, der dort in Diepholz in der Nähe des Stellplatzes wohnt. Das

muss ganz einfach sein.

Im Regen sind wir dann bis nach ….nein, nicht nach Hause, wir sind nur bis nach Edewecht (75 km) gefahren, weil wir

ganz einfach noch keine Lust auf Bad Zwischenahn hatten. Erst am nächsten Tag haben wir uns dann auf die Socken

gemacht und geguckt, ob unser Haus noch steht.

Insgesamt war das wieder mal ein Spitzenurlaub. Wir haben viel gesehen, viel erlebt, Positives und Negatives, wobei

das Erste überwiegt. Im nächsten Jahr allerdings geht's wieder nach Frankreich und darauf freuen wir uns jetzt schon!

Bei Lesen und Studieren dieser Tourenbeschreibung wird eventuell der eine oder andere bemerkt haben, dass wir uns

immer kurze Strecken ausgesucht haben. Langes Fahren ist nicht! Mit einem Blick bei verschiedenen Portalen kann man

erkennen, dass Deutschland sehr gut mit Stellplätzen bestückt ist, und das ist gut!