Sommertour 2015 mit Hindernissen.

28.7.15 Unmittelbar nach dem Frühstück sitzen wir im Wagen und schon geht die Tour los. In Hörstel,

der Stellplatz ist direkt am Dortmund-Ems-Kanal, sind wir angemeldet. Zwei Kollegen stehen dort und

warten auf uns.

Über Friesoythe, Löningen, Herzlake und Doren geht es über Landstraßen bis nach Hörstel. Als wir

dort kurz nach dem Mittag eintreffen, bekommen wir tatsächlich noch einen Platz!

Hörstel wollen wir jedoch nur als „Durchgang“ nutzen, denn von hier aus soll es weiter gehen in

Richtung Süden.

29.7.15 So sitzen wir am nächsten Morgen schon wieder hinter dem Lenkrad und steuern Hamm an.

So nutze ich die Touren auch, um Bilder von Stellplätzen zu machen, die mir auf meiner Website noch

fehlen.

In Hamm am Schwimmbad Maximare angekommen, müssen wir erst mal den Stellplatz suchen.

Einmal komplett um das Bad herum und schon sehen wir den Platz, schön in einer Ecke und direkt

an der Hallenwand, allerdings voll und zugeparkt mit Pkw´s. Das ist nicht unser Ding und schon

15 Minuten später sitzen wir wieder und starten.

Altena ist unser nächstes Ziel. Mittlerweile fahren wir wieder auf der A1 und müssen einen Regen-

guss vom Allerfeinsten über uns ergehen lassen. Der Verkehr steht! Am Nachmittag haben wir die

Stadt im Sauerland erreicht, ein paar Kollegen stehen zwar auch schon dort, jedoch zum Klönen

findet sich hier nichts. Sie sitzen alle in den Kisten und gucken in die Glotze! Nein! Bei unseren Nach-

barn bewegen sich die Gardinen. Sie beobachten uns!

Wir unternehmen einen Gang. Am Kreisverkehr links und ab in die Stadt. Trostlos! Fast am Ende

finden wir dann endlich ein Eiscafé! Das Einzige! Kein Shopping und auch kein Lebensmittler! Wo

sind wir hier denn gelandet? So marschieren wir wieder retour zum Wagen. Ich überlege kurz,

schnappe mir meinen Drahtesel und fahre nochmals los. Es muss hier doch noch andere Dinge

geben!? Hoch bis zum Kreisverkehr, dann nach rechts. Nichts! Wieder zurück und am Kreisel noch-

mals rechts. Ich muss staunen, denn nach ein paar hundert Meter erreiche ich einen ALDI- Markt!

30.7. 15 Nach dem Frühstück geht’s weiter. Über die A45 geht’s bis nach Olpe. Der Platz am

Schwimmbad und direkt am Stausee ist ja so toll beschrieben, dass wir ganz einfach dorthin

müssen! Beim Bäcker in Olpe Brötchen gekauft und dann zum Stellplatz. Umso größer ist dann

die Enttäuschung, denn hier steht man auf einem Radstreifen entlang der Zufahrt zum Bad.

Wehe, du streckst hier dein Hinterteil zu weit auf die Fahrbahn, dann wird dir das mit Sicherheit

abgefahren. Auf der Ausstiegsseite aber ist es „wunderschön“, denn dort befindet sich der Fuß-

weg zum Bad. Also, Tisch und Stühle rausstellen ist hier nicht, denn dann steigen einem die Bad-

besucher über den Frühstückstisch! Ach ja, der Stausee. Den haben wir leider nicht sehen können,

denn ein dichtes Buschwerk nimmt einem den Blick. Nun ja, was soll´s!?

Wir frühstücken und fahren bis nach Weilmünster. Den Platz kenne ich und der wird mit Sicherheit

nicht zur Enttäuschung werden. Fünf Kollegen stehen dort, mit denen man auch unvermittelt ins

Gespräch kommt! Am Abend gibt es vor und in der Stadthalle ein Musikkonzert. Draußen sind Buden

aufgebaut, so dass wir mit Kollegen zusammen ein leckeres Bierchen trinken. Dann aber kommt

uns das nächste Problem in den Kopf: Das Wochenende ist hier autofrei!!! Somit würden wir nicht

mehr raus- oder reinkommen in den Ort! Das bedeutet für uns: weiterfahren!

1.8.15 Über Wiesbaden soll es nach Gau-Algesheim gehen. Das geht jedoch nicht ohne Probleme,

denn die Schiersteiner Brücke in Wiesbaden ist für Fahrzeuge über 3,5 t gesperrt. Nach dreimali-

gem Anlauf, in Wiesbaden eine Ausweichroute zu finden, fahren wir trotz allem rüber! Es ist mir

scheißegal! In Gau-Algesheim bekommen wir dann wieder einen tollen Platz unter einem Baum.

So haben wir Schatten, denn die Sonne brutzelt auf uns runter!

Radtouren in die Stadt und nach Bingen und Ingelheim sind hier immer an der Tagesordnung. Gau-

Algesheim gefällt uns immer wieder!

Nach drei Tagen geht’s dann aber weiter. Westhofen, Osthofen und Worms sind wieder mal Anlauf-

punkte für ein Foto. Dann sagt uns ein Blick auf das Instrumentenpaneel, dass irgendetwas mit

unseren Batterien nicht stimmt. Alles steht auf Alarm! Rein ins Internet und sofort der erste Anbieter

neuer Batterien sitzt in Mannheim, auf der anderen Rheinseite. Glück gehabt, denken wir, doch die

Umleitungsschilder in Ludwigshafen und Mannheim sagen etwas anderes. So dauert es fast einein-

halb Stunden, bis wir die Firma erreicht haben. Die alten Batterien ausgebaut und neue eingebaut

und das bei 46 Grad in der Sonne! Super!

Weiter geht’s! Wir landen in Neustadt an der Weinstraße. Eine schöne Stadt, ein schöner Platz, nur

die nahe Kirche könnte ich in den Boden rammen, denn die Glocken ertönen jede 15 Minuten und das

auch noch rund um die Uhr! Das ist nichts für uns!

5.8.15 Über Edenkoben und Offenbach an der Queich fahren wir nach Herxheim. Hier nur mal ein

kurzer Blick, aber es gibt hier keinen Schatten. Und die Sonne brennt! Ich unternehme eine Radtour

durch die Stadt und dann zum Stadion, welches ich aus den 70er Jahren kenne. Über die Sandbahn-

rennen in dieser Stadt habe ich mehrere Berichte geschrieben!

Schatten, wo ist Schatten? In Rheinzabern! Ein kleiner, aber feiner Ort! Dort stehen wir unter den

hohen Bäumen, nur mehr kann man auch hier nicht unternehmen. Die einzige „Shopping-Tour“

unternehmen wir zum ALDI, der ganze 150 Meter entfernt ist! Dann überlegen wir, ob wir nicht doch

weiterfahren!? Wir wollen nach Donaueschingen. Dort gibt es Schatten und Wasser!

Am späten Nachmittag trudeln wir dort ein. 4 Tage bleiben wir, weil diese Stadt ganz einfach schön ist.

Unter den hohen Bäumen ist es kühl, es lässt sich gut aushalten. Einmal pro Tag sitze ich auf dem

Rad, um flüssigen Hopfen- Nachschub zu holen. Hefeweizen ohne Alkohol. Lecker! Eine etwas größere

Radtour mach ich aber trotzdem und zwar nach Bad Dürrheim. Michael Bertsch muss ich mal wieder

besuchen. Den kenne ich schon seit den 90er Jahren, als er mit seiner Frau auf meinem Stellplatz war!

Die Rücktour nach Donaueschingen ist nochmals schweißtreibend!

9.8.15 Dann ist die schöne Zeit vorbei, ich benötige noch ein paar Fotos! Neuhausen ob Eck ist die

nächste Station. Eine kleine Stadt, ein kleiner Stellplatz, aber wunderschön! Ein Besuch lohnt sich

allemal. Station 2 an diesem Tag ist Messkirch. Kein Kollege, viel Platz und sehr viel Sonne! Das war`s.

Bad Schussenried und der Stellplatz hinter der Brauerei wartet auf uns. Die Temperaturen steigen

unaufhörlich, so dass man es hier auf dem Platz fast nicht mehr aushalten kann. Ich bedaure unseren

Hund, der bei dieser Hitze mehr leidet als wir!

Wir kommen zum Endpunkt des Tages, nach Biberach an der Riss. Dort ist wieder mal Schatten und

auch Wasser. Die erste Dusche bekommt der Hund! Neben uns tolle Kollegen mit einem Flair. Als der

Name Bad Zwischenahn fällt, fragt mich der Kollege, ob ich denn einen gewissen Egon Oetjen kenne!?!?

Ich oute mich und die Freude ist groß. So lernt man sich kennen.

11.8.15 Es geht weiter nach Memmingen. Dort haben wir Glück und erwischen den ersten Eckplatz.

Mit Bauarbeitern, die die Entsorgungsstelle neu herrichten, habe ich gleich guten Kontakt. Es gibt viel

zu lachen.

12.8.15 Wir haben uns vorgenommen, möglichst früh zu fahren. Es soll nach Bad Wörrishofen gehen,

Therme, Stellplatz und der Allgäu Skyline-Park warten auf uns. Über die A96 sind wir so gegen 8.30 Uhr

kurz vor der Abfahrt Bad Wörrishofen. Seit kurzer Zeit bemerke ich ein Wohnmobil hinter uns (dachte

ich wirklich!). Es fuhr mittig auf der Autobahn, so dass auch uns kein Pkw überholte. Ich wundere mich

und frage meine Frau, was der da hinter uns wohl will, etwa überholen, einscheren, oder was sonst.

Dann meldet sich mein Navi: In drei Kilometer die Autobahn verlassen! Und gucke nach vorne (ist ja auch

mal wichtig) und weiß plötzlich gar nicht, wie uns geschieht! Das angebliche Wohnmobil hat uns von

hinten gerammt, obwohl wir mit einer nachweisbaren Geschwindigkeit von 92 – 93 km/h fuhren. Da frage

ich mich doch, wie schnell der Hintermann denn gefahren sein muss?

Unser Mobil schleudert nach dem Aufprall über die Autobahn und ist nur mit Mühe wieder in die Spur zu

bringen. Bremsen, dann auf den Standstreifen, Warnweste an und raus nach draußen. Mit schlotternden

Knien. Nun „entpuppte“ sich das Wohnmobil als Geldtransporter aus der Schweiz, ein Dreiachser Scania!

Ich rufe die Polizei, wobei es über 20 Minuten dauert, bis der erste Wagen mit Blaulicht eintrifft. Kollegen

aus Wörrishofen. Die sicherten aber nur die Unfallstelle ab. Etwas später kommt dann die Autobahn-

Polizei hinzu. Ich gebe meine Eindrücke an die Polizei weiter, behaupte auch nach wie vor, dass der Fahrer

geschlafen hat und viel zu schnell gefahren ist. Dann muss ich unser Fahrrad samt Fahrradträger, der

aus der Rückwand herausgewissen ist, mit einer Schiebe-Leiter, die ich immer an Bord habe und Unter-

stützung der Polizei wieder hochbinden und festzurren! Da unser Rückleuchtenträger beschädigt ist, fährt

dann zur Absicherung die Polizei hinter uns her bis zu einer Fiat-Werkstatt. Dort bin ich natürlich mit meinem

EURA völlig fehl am Platze, denn die konnten uns nur notdürftig helfen.

So bedeutet das für uns, dass wir uns einen Eura-Händler suchen. Die Firma Steiner in der Nähe von

Dachau würde uns sicherlich weiterhelfen. An der dortigen Adresse angekommen, sehe ich nur Weinsberg

und Knaus-Fabrikate. Nur ein Tipp des Händlers heißt dann: zurück nach Sulzemoos. Dorthin war die Firma

Steiner verzogen! Also wieder retour. Firma gefunden und neue Rückleuchten eingebaut. Somit ist das Mobil

notdürftig fahrbereit!

Im danebenliegenden Imbiss ein kurzer Snack, dann gehts weiter. Bei unserem Mobil steht derweil ein

Kollege, der den Schaden „begutachtet“. „Na, beim Rückwärtsfahren nicht aufgepasst?“ Toller Spruch! Ganz

schlauer Spruch!

Also rauf für uns auf die Autobahn und ab in Richtung Norden, was Heimat bedeutet. Wer will auch schon

mit einem solchen Schrotthaufen durch die Gegend fahren? Wir nicht!

Am Nachmittag sind wir in Wolnzach am Schwimmbad. 38 Grad, kein Schatten und alles, auch der Stellplatz,

zugeparkt mit Pkw`s. Abartig! Die letzte Möglichkeit, so sagte mir mein Bauchgefühl, sei der Stellplatz in

Schwandorf. Am späten Nachmittag treffen wir dort ein. Natürlich auch dort wieder die hämischen Blicke der

Kollegen.

13.8.15 Wir fahren weiter in Richtung Norden, und wollen eine Nacht in Marktleuthen bleiben. Vom Platz

sind wir begeistert, von der persönlichen Ansprache des Platzchefs auch, aber dann das Telefonat mit

meiner Werkstatt zu Hause. Der zuständige Werkstattmensch sei nur noch bis freitags anwesend und geht

dann für 3 Wochen in den Urlaub!!! Das bedeutet für uns, dass wir uns auf die Socken machen und fahren.

Gegen 18 Uhr treffen wir in Bebra ein, Hallo hier und Hallo dort, Erklärungen, warum ich denn auf einer

Autobahn rückwärtsfahre????, dann sagt mein Bauch mir: lass uns noch eine Stunde fahren. Gegen halb

zehn sind wir in Einbeck, nur zum Übernachten.

14.8.15 Kurz vor Mittag treffen wir beim Händler ein, der sich schon mal (auch der Werkstattmensch) den

Eindruck verschaffen kann, dann geht’s weiter nach Oldenburg zum Fahrrad-Händler, um den Schrotthaufen,

der immer noch quer hinterm Mobil hängt, abzuladen.

So warten wir jetzt noch immer - am 5.9.15 – auf unser Fahrrad und auf das reparierte Mobil. Es wird aber

wohl noch dauern, so sagte man uns! Also warten wir!!!